Sonntag, 20. September 2015

Mouseheart, Die Prophezeiung der Mäuse – Lisa Fiedler

(c) Sebastian Kosch

Inhalt:

„Hopper sträubt sich das Fell. Über seinem Käfig in der Tierhandlung baumelt eine riesengroße Schlange. Und die sieht nicht so aus, als würde sie mit kleinen Mäusen nur spielen wollen ... Wenn Hopper überleben will, dann bleibt ihm keine Wahl: Er muss so schnell wie möglich die Flucht ergreifen! Dabei landet er in den U-Bahn-Schächten der Stadt, tief unter den Straßen von Brooklyn. Und hier eröffnet sich für Hopper eine faszinierende neue Welt. Eine Welt, die von Katzen und Ratten regiert wird. Eine Welt, in der ein geheimnisvolles Mäusevolk lebt und auf seinen Retter wartet. Hopper spürt: Er hat sein Zuhause gefunden. Was er jedoch noch nicht weiß: Für die Aufgaben, die vor ihm liegen, braucht er großen Mut – und ein mäusestarkes Herz …“


Zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten

Verlag: Egmont Schneiderbuch; Auflage: 1 (7. August 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3505135224

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

Originaltitel: Mouseheart


Mein Leseeindruck:
Als Mäusepapa staunte ich erstmal nicht schlecht, als ich das Buch geschenkt bekam. Ich mag Mäuse, also hat das Buch ein wenig den Mausbonus bekommen.

Mouseheart entführt den Leser in eine maustastische Unterwelt. Die Reise der kleinen Tierhandlungsmaus Hopper zwingt ihn und seine Familie, die aus seiner Schwester Pinkie und dem jüngeren Bruder Pip besteht tief in die unbekannten U-Bahntunnel von Brooklyn.

Getrennt wird der Überlebenskampf der Mäuse betrachtet, die in den dunklen Tunneln separiert wurden. Mit auf dem Weg bekamen die drei die Aufgabe den Unterschlupft der geheimnisvollen Müs zu finden. Hooper findet dort unten aber weit mehr als Freunde. Er entdeckt eine uralte Prophezeiung die von La Roche erzählt und eine Mäusestadt, die ihn mit offenen Armen empfängt.

Die Reise der Mäuse ist spannend und auch die Charakterentwicklungen, vor allem die von Hooper ist im ersten Buch der Mouseheart-Reihe deutlich zu spüren. Die Mausstadt Atlantia wird detailreich beschreiben, es herrscht ein wildes Treiben, schafft es den Charakteren fast menschliche Züge zu verleihen und trotzdem macht sie Hooper und den Leser stutzig und lässt die Frage offen, warum Leben in dieser Stadt Nager und Katzen im Einklang? Durch Hoopers Neugierde und Unwissenheit, die hin und wieder zu häufig zum Vorschein kommt, lösen sich alle Fragen, die im Buch aufkommen, Puzzleteil für Puzzleteil und fügen sich wie eine Mäusepfote in die andere.

Verständlich ist auch Hoopers Übermut. Schließlich hat er es geschafft aus der Tierhandlung zu fliehen. Seine Leichtgläubigkeit, die sehr oft von allen Seiten, Gut und Böse ausgenutzt wird behält er aber bei. Unter dem Schutz des Kaiser Titus, sowie dessen Sohn Zucker will Hooper Atlantia zu neuem Glanz verhelfen. Aber je tiefer Hooper gräbt, desto mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Die Art und Weise, wie Hooper nach seinen Geschwistern sucht, in einer neuen Umgebung völlig fremd und völlig hilflos, ist liebevoll und steht für ihn immer an erster Stelle. Mäuseliebe kann nicht schöner sein.

Atlantia wird als belebte Stadt beschrieben, die man gerne einmal besuchen will und die hinzukommenden, neuen Charaktere wie z.B. der Kaiser Titus, Zucker, der eine glorreiche und lustige Ratte ist wie ich finde und Firren, Kämpferin bis in die äußerste Spitze ihrer Schnurrharre, die zum verwirklichten Bindeglied zwischen Gut und Böse wird. Nicht zu vergessen sind die Katzen, die still und leise und ohne einen Nager zu attackieren, durch Atlantia streichen. Sie zeigen dem Leser ein wenig den Fehler in der Nahrungskette auf.

Für die bessere Charaktervorstellung sorgen hierbei wieder Illustrationen für den Feinschliff. Perfekte Lage der Zeichenseiten zum Text, es gibt nicht zu viele davon und je weiter man liest, desto mehr freut man sich, wenn man auf eine Seite mit Zeichnungen kommt und dort seinen Lieblingscharakter das erste Mal zu Gesicht bekommt.

Plot Twists erscheinen hier auch des Öfteren. Diese sind schön gehalten, logisch aufgelöst bringen dem Leser ans Ziel und machen Lust auf weitere Bücher dieser Reihe. Weiters wird nicht nur Hoopers Reise beleuchtet, sondern auch die Abenteuer von Pinkie und ein wenig die von Pip. Die Abwechslung der verschiedenen Handlungsstränge ist auch gut gewählt, denn der Überblick bleibt gegeben und verwirrt nicht. Die roten Fäden führen langsam aber doch wieder zusammen und formen die Geschichte für die weiteren Bände.



Fazit:

Ich hab das Buch gerne gelesen. Ich mag die Charaktere, ich mag die Idee und ich mag die Story. Hin und wieder ging mir aber Hoopers Naivität ein wenig auf den Keks. Deshalb gibt es hier Abstriche. Gott sei Dank steht ihm dann Zucker zur Seite, die Ratte hilft Hooper und klärt einiges auf.

Die Zeichnungen sind extrem toll geworden und fangen Charaktere und Stimmung perfekt ein und die Plot Twists, so wie auch die Sorge um Hoopers Geschwister haben dafür gesorgt, dass ich auch Teil zwei gelesen habe.

(c) Sebastian Kosch

Am bemerkenswertesten finde ich aber, dass sich viele Fragen auftun und gelöst werden und es doch noch immer Geschichten, Hintergedanken und Zweifel gibt, die im Dunkeln verweilen, die man aufgelöst haben will und es so mit Lesenächten kein Ende nimmt.

Mousetastisch. Perfekt geeignet für Tierfreunde.
Sebastian Kosch

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