Dienstag, 26. April 2016

Schneeriese - Susan Kreller



Inhalt:

"Seit er denken kann, lebt der 14-jährige Adrian neben Stella Maraun, die fast nicht lispelt und die beste Freundin ist, die er je hatte. Es kümmert sie nicht, dass Adrian wächst und wächst – 2,07 m soll er werden! – und sie nennt ihn liebevoll Einsneunzig, obwohl auch das schon nicht mehr stimmt. Doch als Datos Familie in das leerstehende Dreitotenhaus nebenan einzieht, entspinnt sich zwischen Stella und Dato eine zarte Liebesgeschichte. Adrian muss den ersten furchtbaren Liebeskummer überleben – und vielleicht trotzdem schaffen, Stellas Freund zu bleiben."


Zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Carlsen (26. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3551583185
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Amazon: Schneeriese

Meine Meinung:

Dieses Buch ähnelt stilistisch einem psychologischen Roman. Man bekommt Einblicke in die inneren seelischen Motive und Reaktionen, die gleichzeitig auch analysiert werden. Die Erzähltechnik wird sehr durch die psychologischen Prozesses des Protagonisten beeinflusst, das bedeutet dass das Innere nach außen gekehrt wird durch die Umgebung, den Schneeraum.

Über den Roman hinweg können wir beobachten, wie es Adrian immer schlechter mit seiner Situation geht. Er hört auf über Sprache zu kommunizieren, beim Lesen fühlt es sich sehr gedämpft an wie bei einem Schneefall. Seine Selbstwahrnehmung ist durch Fremdwahrnehmung bestimmt und er verliert sich selbst, nachdem er glaubt Stella für immer verloren zu haben. Er hört selbst auf zu Zeichnen, und das hat er eigentlich immer gemacht - gezeichnet.
Wir erleben mit Adrian seinen Selbstfindungsprozess, den er im Zuge des Erwachsenwerdens durchlebt und haben auch die ganze Zeit anteil an seinen Gefühlen. Schmerz und Enttäuschung und auch die Erinnerung an alte Zeiten sind vorherrschend. Alles ähnelt einem Übergangsprozess, dem Übergang von einem Zustand in den nächsten. Diese Übergänge beinhalten immer drei Schritte nämlich einen Trennungsprozess, die Umwandlung selbst und einer Angliederung. Die Trennung von Stella als Freundin, Akzeptanz dieser Trennung und die Auseinandersetzung damit.

Die Autorin benutzt auch Anspielungen auf Adrians Größe indem sie auf den Song "Lion's Heart - The Tallest Man on Earth" verweist, in einer Szene in der Adrian um Stella weint. Um Stella, der seine Größe immer egal war. Für sie war er immer nur Einsneunzig, so nannte sie ihn auch "Einsneunzig". Sie hat auch immer Beispiele der größten Dinge dieser Welt für ihn parat gehabt, um ihn von seiner Größe abzulenken.

Für mich ein wirklich wunderbares und interessantes Jugendbuch, was ich nur jedem ans Herz legen kann, der psychologische Romane und auch Referenzen auf andere Geschichten, wie "Die Schneekönigin" mag.

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