Sonntag, 1. Januar 2017

Rotkäppchen muss weinen - Beate Teresa Hanika



Inhalt:

Man nennt sie Rotkäppchen, da sie in den Osterferien nach dem Tod ihrer Großmutter, jeden Tag zu ihrem Großvater radelt. Sie bringt ihm einen Korb mit Wein und Essen vorbei und leistet ihm ein wenig Gesellschaft.
Hinter diesem so idyllisch klingendem Bild verbirgt sich jedoch ein Geheimnis. Malvinas Erinnerungen kehren mit jedem Tag klarer zurück. Wieso glaubt ihr nur niemand und wieso will ihr nicht mal ihre eigene Familie helfen?


Informationen zum Buch:

Einband: Taschenbuch
Seitenzahl: 224
Altersempfehlung: 12 - 15 Jahre
Erscheinungsdatum: 01.11.2010
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-596-80858-8
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

Meine Meinung:

Dieses Buch enthält eine sehr sensible Thematik, nämlich Kindesmissbrauch. Beate Teresa Hanika behandelt dieses Thema mit äußerster Sorgfalt. Mit der Geschichte, die ihrer Protagonistin durchlebt, will sie wachrütteln und Mut machen sich der Wahrheit zu stellen.
Kindesmissbrauch, allein dieses Wort bereitet den meisten von uns entweder einen kalten Schauer über den Rücken oder das Gefühl von Wut. Wut auf Menschen, die es wagen sich an den unschuldigsten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu vergehen.
Die Autorin deutet zuerst nur passiv an, was der Großvater mit Malvina anstellt. Das Thema wird runtergespielt, solange bis Malvinas Selbstschutz zu bröckeln beginnt und ihre Erinnerungen zurückkehren. "Nur wenn der Opa glücklich ist, kann es der Oma auch gut gehen." Dieses Buch war so fesselnd, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. So ehrlich, traurig und mit Sicherheit nicht so weit hergeholt wie man es sich gerne wünschen würde.  Manchmal braucht es gute Freunde, aufmerksame Nachbarn und eine erste Liebe, damit gewisse Seelenwunden wieder heilen können.Und genau das wird in diesem Buch so beschrieben in poetischer Weise. Harter Tobak ohne Frage, aber auch damit sollte man sich ab und zu auseinandersetzten.
In diesem Sinne auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir, für Menschen die Realismus mögen und auch vor Tabuthemen nicht zurückschrecken.

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